Was bedeutet gesunde Ernährung für mich

In einer Magersucht gibt es nur entweder oder.
Entweder ein Nahrungsmittel ist gesund oder es ist auf der schwarzen Liste, total ungesund und darf auf gar keinen Fall gegessen werden.
Ich hatte damals die Überzeugung, dass die Lebensmittel auf meiner Verbotsliste dick machen und absolut nicht in meinen Ernährungsplan passen.
Schokolade, Fett, Zucker.
Eigentlich alle Genussmittel waren tabu.
Doch woher nahm ich mir die Erlaubnis, so über das Essen zu denken?
Woher kam das schwarz weiß Denken?
In meiner frühen Teenagerzeit habe ich mir eine Welt erschaffen, in der ich einem bestimmten Bild entsprechen musste um meiner Meinung nach geliebt und anerkannt zu sein.
Dünn, durchtrainiert, keine Kurven, lange Beine, keine Speckröllchen usw.
Ich identifizierte mich zu 100% über das Aussehen meines Körpers.
So entstanden Verbote, Regeln und Glaubenssätze über gewisse Nahrungsmittel, die sich in mir wie eingebrannt haben um endlich in diese eine Welt zu passen.
Um endlich die Liebe zu erfahren nach der ich mich so sehnte.

Lange Zeit haben mich diese Glaubenssätze, Verhaltensmuster, Zwänge und Regeln auch nach meiner Magersucht beherrscht.
Immer wieder bin ich zurückgefallen und habe mich verzweifelt gefragt, warum es mir so schwerfällt ein Stück Kuchen oder Fett zu essen.
Heute weiß ich, dass es eben genau diese, zu dem Zeitpunkt noch unbewussten Glaubenssätze waren, die ich über die bestimmten Lebensmittel hatte.
Ich lebte unbewusst immer noch in dieser von mir selbst erschaffenen Welt, in der ich dünn sein musste um gut genug zu sein und in der Schokolade, Gebäcke und Süßigkeiten tabu waren, um diesem Bild gerecht zu werden.

Aber jetzt mal zu dem Thema, was gesunde Ernährung für mich bedeutet und wie ich auf das Thema komme.
Ich bemerke im Moment, dass wenn ich mir Beispielsweise ein Stück Kuchen kaufe, weil ich Lust drauf habe oder einen Schokoriegel zum Kaffee esse, sich eine Stimme in mir meldet, welches dieses Verhalten in Frage stellt.
„Ist Schokolade nicht ungesund“
„Sind nicht alle Leute dick, die Schokolade essen?“
„Hast du nicht gestern erst Schokolade gegessen?“
Solche Stimmen nehme ich dann bewusst war.
Das ist wichtig, denn so kannst du dich von deiner alten Wahrheit distanzieren.
Denn jeder erwachsene Mensch weiß, dass man nicht von einem Stück Kuchen dick wird, oder dass es ungesund ist zwei Abende hintereinander Schokolade zu essen.

Was auch noch einen sehr sehr großen Einfluss auf mich hat, sind die socialen Medien.
Es wird mir täglich vor Augen geführt, dass sich die Fitnessmodels nur von Pute, Reis, Brokkoli und Eiweißshakes ernähren und einen durchtrainierten Körper haben.
Mein Unterbewusstsein speichert diese Verknüpfung ab, lenkt es auf mein eigenes Essverhalten und schlußfolgert daraus „ich darf nur Reis und Pute essen, damit ich einen so trainierten Körper habe und mich „gesund“ ernähre“.

Ich veruerteile diese Art einer Ernährung auf gar keinen Fall.
Ich bin jedoch der Meinung, das jeglicher Verzicht und jegliche Verbote nichts mit einer gesunden Ernährung zu tun haben und erst recht nicht dafür verantwortlich sind, ob ich einen trainierten Körper habe oder nicht.
Ich möchte auch einen trainierten Körper haben, denn es ist mir wichtig.
Aber viel mehr mit dem Hintergrund, gesund zu sein und nicht zu 100% der Optik wegen, geschweige denn um meinen Wert davon abhängig zu machen.
Für mich gibt es 5 Eckpfeiler einer gesunden Ernährung die meiner Meinung nach immer beachtet werden sollten:

  1. zu einer gesunden Ernährung gehören natürliche Zutaten; Frisches Obst und Gemüse. Je weniger Etikett ein Produkt hat, desto besser.
  2. viel trinken
  3. Ein Ernährung sollte sich gut anfühlen. Wenn du Kohlenhydrate liebst, solltest du nicht auf Kohlenhydrate verzichten nur weil es eine Ernährungsform so vorschreibt und behauptet Kohlenhydrate sind schädlich.
  4. Das Essen sollte schmecken und mit Genuss verbunden sein.
  5. Soulfood. Gönn dir auch mal was. Du nährst nicht nur deinen Körper sondern auch deine Seele.

Jegliche Ernährungsweisen wie Low Carb, High Carb, Vegetarisch, Vegan usw. sind dann Feintuning.
Eine Ernährungsweise ist so individuell wie dein Fingerabdruck.
Für den Einen ist eine vegetarische Ernährungsform super bekömmlich. Für jemand Anderen, der gerne Fleisch isst, ist sie eher unpassend, denn es wäre mit Verzicht verbunden.
Deine Ernährung ist immer die für dich gesündeste.

Meine gesunde Ernährung bezieht auch nicht nur Nahrungsmittel mit ein.
Eine gesunde Ernährung bedeutet für mich, alles essen zu können.
Und zwar egal wann ich möchte, was ich möchte und zu welcher Uhrzeit ich möchte.
Gesunde Ernährung bedeutet für mich, dem Körper alle Nährstoffe zuzufügen, die er benötigt um gesund zu bleiben.
Es bedeutet alles in Maßen zu genießen und jedes Bedürfniss meines Körpers zuzulassen und es zu akzeptieren; bedeutet auch, mich nicht zu verurteilen, wenn ich zu viel gegessen habe und es am liebsten mit Sport oder Verzicht kompensieren würde.
Ich habe also vertrauen in meinen Körper und suche keine Sicherheit in der Kontrolle über mein Essverhalten durch zB. Kalorien zählen.
Gesunde Ernährung bedeutet außerdem, meinen Körper so anzunehmen wie er ist. Dem ist schlußendlich inbegriffen, meinen Bedürfnissen zu folgen und keine Regeln und Verbote durch Social Media aufzustellen, in der Hoffnung einen perfekten Körper mit DER gesunder Ernährung zu haben

Welches Gefühl verfolgst du, wenn du ein bestimmtes Gewicht erreichst, einer bestimmten Ernährungsweise folgst und aussiehst wie dein größtes Idol?
Sei dir bewusst, dass du dieses Gefühl nie bekommen wirst.
Häufig steht hinter diesen Zielen ein Gefühl von Liebe, Anerkennung und Dazugehörigkeit.
Doch all diese Dinge sind bedinungslos.
Wie kannst du dir dieses Gefühl schon jetzt holen?
Indem du auf deine Bedürfnisse hörst, sie akzeptierst und dich anfängst wertzuschätzen für das riesen Geschenk das du bist.

Es drückt dich,
deine Kathi

Mein Fitnesswahn

Versteht mich auf keinen Fall falsch, ich liebe die Fitnesswelt und beschäftige mich sowohl beruflich als auch in meiner Freizeit gerne mit dem Thema.
Jedoch gibt es, was das Thema Fitness angeht extreme Unterschiede.
Es kann zu deiner Leidenschaft werden, mit der du deinem Körper etwas gutes tust und aus Lust an Bewegung zum Sport gehst.
Die Schattenseite der Fitnesswelt wird jedoch oft nicht angesprochen.
Denn viele sind sich über ihr zwanghaftes Verhalten nicht bewusst.
Sie glauben, striktes Kalorien zählen, jedes Nahrungsmittel abwiegen, nur sein eigenes Essen essen können, 6x die Woche zum Sport zu gehen und den ganzen Tag nach Essen und Sport zu planen sei gesund und gehört zu einem Fitnesslifestyle dazu.
Das ist natürlich komplette selbstvera*****.
Auch ich habe noch vor kurzem geglaubt, meine Leidenschaft in genau diesen Verhaltensmustern gefunden zu haben und war auch zu 100% überzeugt, dass ich ein total gesundes Leben führe.
Solange man dieses krankhafte selbstoptimierende Verhalten nicht hinterfragt, wird sich meiner Meinung nach auch nichts ändern.

Wie habe ich gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt?
Ich glaube, wenn du merkst, dass du keine Kontrolle mehr über dich hast und nicht mehr in der Lage bist zu entscheiden, was du möchtest und was nicht, handelst du getrennt von deinem wahren Ich und wirst wie fremdbestimmt.
Wie sprichst du zu dir und wie sind deine Gedanken?
Sind sie förderlich oder sind sie eher destruktiv?
Bist du zu 90% gestresst am Tag? Ist Gelassenheit ein Fremdwort für dich?
Mein Alltag bestand hauptsächlich aus Sätzen wie „ich muss“, “ ich darf/darf nicht“, „das ist gesund/ungesund“, „wenn…, dann…“

Mein erster Schritt um aus diesem selbstgebauten Gefängnis auszubrechen, war also zunächst die Bewusstmachung meiner Gedanken.
Denn hinter Sätzen wie „ich muss“ sitzt dein Kopf, der dir aus einer tiefen Überzeugung heraus sagt, wie du zu sein haben musst, um einem von dir selbst erstelltem Ideal zu entsprechen.

Mein zweiter Schritt bestand darin, mein „Ideal“ zu hinterfragen, bzw. es erst einmal an die Oberfläche zu holen.
Nach meinem ersten Klinikaufenthalt bin ich das erste Mal mit dem Thema Fitness in Berührung gekommen.
Ich habe gemerkt, dass ich essen darf und das ich essen muss um Muskeln aufzubauen, dass ich mit dem Sport meinen Körper formen kann usw.
Schleichend hat sich also ein Bild in mir breit gemacht, wie ich sein will um in dieser Welt anerkannt zu sein, mich selber endlich zu mögen und die Liebe zu bekommen nach der ich mich so sehnte.
All die Mädels auf Instagram hatten ein Sixpack, einen runden Po, eine schmale Taille und trainierte, lange Beine.
Ihre Ernährung bestand aus wenig Fett, viel Eiweiß und Kohlenhydraten in Maßen. Es gab Richtlinien wie 2g Eiweiß pro Kg Körpergewicht.
Ich verlor mich komplett in diesen Regeln. Gleichzeitig dachte ich aber auch die absolute Sicherheit zu haben durch die Kontrolle. Aber eigentlich hat man selber nichts im Griff. Das Essen und eine falsche Art an Disziplin haben dich im Griff.
Auf Instgram wird dir heutzutage aber auch nichts anderes mehr gezeigt.
Ich habe irgendwann verstanden, dass mir diese Welt unbewusst Regeln auferlegt, die ich nicht durchbrechen kann und Glaubenssätze und Überzeugungen einflößt, die ich nicht hinterfrage.
Diese Welt war es, die mich bestimmt hat.
Denn ich habe gedacht, ich ernähre mich ungesund, wenn ich Schokolade esse.
Ich ernähre mich ungesund wenn ich Kuchen esse.
Ich habe mir Verbote erteilt, eine Liste im Kopf gehabt mit Nahrungsmitteln die ich essen durfte und jene, die ungesund waren und die ich meiden muss.
Aß ich sie, war das schlechte Gewissen nicht weit entfernt.
Natürlich habe ich mich gefragt, warum ich ein schlechtes Gewissen habe und ich wollte es unbedingt loswerden.
Aber anstatt es zu hinterfragen und für mich aufzulösen, war es natürlich einfacher diese Nahrungsmittel zu eliminieren und noch mehr Kontrolle auf die Ernährung auszuüben.
Es war ein fliehen vor mir selber und ein aufrechterhalten eines falschen, ungesunden Ideals im außen.

Durch Achtsamkeit, bewusstem Umgang mit meinen Gedanken und Gefühlen habe ich es geschafft, mich aus diesem zwanghaften Verhalten Schritt für Schritt zu lösen. Denn ich habe verstanden, dass hinter all den Verhaltensmustern, Glaubenssätzen und Überzeugungen ein bestimmtes Gefühl steht. Und das ist „Liebe“.
Liebe zu mir selbst, Liebe erfahren, Liebe fühlen, sich wohl fühlen in mir.
Aber bekomme ich dieses Gefühl, wenn ich Kalorien zähle, mir Verbote auferlege und zwanghaft jeden Tag Dinge tue mit denen ich mir mehr schade, als dass sie mir gut tun?
Niemals!
Ich versuche seit dem, jeden Tag mehr und mehr so zu handeln, dass ich dieses Gefühl schon Heute in mir trage.
Mein Ideal ist in mir. Es ist die beste Version von mir selbst und braucht weder ein Sixpack noch einen runden Po.
Ich frage mich, wie will ich mich fühlen. Hier, Jetzt, Heute und nicht erst dann, wenn ich ein genaues Ziel erreicht habe.
Oftmals tritt dieses Gefühl nämlich auch dann gar nicht ein.
Denn die Liebe nach der wir uns alle sehnen, ist bedingungslos.
Sie ist an kein Gewicht geknüpft oder an ein Sixpack.
Sie liegt in dir.
Sie ist bereits in Jedem von uns und wartet nur darauf gesehen zu werden.
So lange du dir Ideale im außen suchst, dich an Ernährungspläne und Diäten hältst, die dir das Wohlgefühl versprechen nach dem du dich sehnst, wirst dieses Gefühl allerdings nie erfahren und ein ewig Suchender bleiben. Entfernt von dir und deinen wahren Bedürfnissen.
Du wirst dich ein Leben lang schlechter fühlen als dein Umfeld und deinem Ideal immer ein Stück hinterher sein.
Das Glück wartet in dir, nicht im außen.

Ich bin ehrlich, ich habe auch noch Tage, an denen ich der Kontrolle und alten Zwängen verfalle.
Tage, an denen es mir nicht gelingt auf meinen Körper zu hören.
Jedoch nehme ich diese Tage bewusst wahr und versuche mich zu fragen, warum ich nicht auf meinen Körper hören kann und warum ich jetzt die Kontrolle benötige um mich gut zu fühlen.
Heilung geschieht nicht von Heute auf Morgen, erst recht nicht, wenn man Jahre lang diesen falschen Idealen hinterher geeifert ist und Gewohnheiten an den Tag gelegt hat, die sich eben nicht von jetzt auf gleich auflösen.
Nimm diese Tage an, anstatt sie zu bekämpfen und dich schlecht zu machen. Sie wollen dir etwas sagen.
Nutze sie um deinen Bedürfnissen noch ein Stück näher zu kommen und neue Erfahrungen zu machen, die dir beweisen, dass du dir vertrauen kannst und keine Kontrolle mehr brauchst. Die Kontrolle dient dir schlichtweg nicht mehr, denn du weißt jetzt, dass das einzige Ideal welches du hast, du selbst bist.
Dieses Ideal nährt sich von deiner Intuition und deiner Herzensstimme. Deine Bedürfnisse sind der Wegweiser zu innerem Frieden.
Dein falsches, auferlegtes Ideal nährt sich über Kontrolle.
Es glaubt nur mit Kontrolle irgendwann den perfekten Körper zu haben und geliebt zu werden.
Wofür entscheidest du dich? Wer willst du sein?
Eine in dir ruhende Person, die sich wohlfühlt egal was kommt. Oder eine im außen, unglücklich suchende Person die innerlich leer ist?

Ich versichere dir, du wirst dich freier fühlen als je zuvor, wenn du merkst, dass du deinen Bedürfnissen nachgehen kannst, deinem Körper lernst zu vertrauen und neue Erfahrungen machst die dir genau das beweisen.
Nimm deine Angst an die Hand und zeig ihr den Weg zu deinem wahren Ich. Es schlummert in dir und versteckt sich nur hinter den Gitterstäben die du um dich gebaut hast. Durchbreche sie langsam und lass dich frei.
Dann erfährst du wahre Liebe.

In Liebe,
eure Kathi <3

Was bedeutet Essen heute für mich?

Als ich diese Frage vor einigen Tagen gestellt bekommen habe, wusste ich nicht auf anhieb darauf zu antworten. Hätte man mich vor 6 Monaten gefragt was Essen für mich bedeutet, hätte ich womöglich gesagt, dass Essen ein Mittel zum Zweck ist. Ich damit zu- oder abnehmen kann und ich gerne in Gesellschaft esse. Vielleicht hätte ich sogar gesagt, dass ich gerne esse im Unterbweusstsein jedoch wüsste, dass es für mich ein Zwang und alles andere als ein Genuss.

Bevor ich also erzähle, welche Bedeutung Essen für mich in meinem derzeitigen Leben hat, möchte ich euch gerne 6 Monate mit zurücknehmen und euch erzählen, welche Bedeutung Essen zu dieser Zeit für mich hatte. Denn als ich mir dies vor einigen Tagen durch diese Frage bewusst gemacht habe, ist mir erst mal klar geworden, welch enormen Wandel ich in den letzten 6 Monate erlebt habe. Ich möchte damit zeigen, dass auch ich gefangen in einem Dschungel aus Restriktionen, Regeln und Glaubenssätzen war und es geschafft habe, die Perspektive zu wechseln.
Alles was es dazu braucht, ist; Bewusstsein, Achtsamkeit und Mut zur Veränderung.
Aber jetzt will ich euch erst mal erzählen wie mein Gefängnis, mein Dschungel aussah.

Vor 6 Monaten habe ich mich auf eine wundervolle Reise begeben. Ich habe ein Coaching mit der wundervollen Kira Siefert gestartet.
Zu diesem Zeitpunkt hat mich das Essen in allen Lebensbereichen beherrscht.
Mein kompletter Tagesablauf war geplant und alle Unternehmungen mussten sich nach dem Essen richten.
Wenn ich mal nicht zu meinen gewohnten Essenszeiten Zuhause war, wurde ich direkt nervös und war absolut überfordert, was den weiteren Tagesablauf anging. Eine Verabredung am Abend bedeutete für mich, den ganzen Tag zu hungern, damit ich das Essen am Abend auch ohne schlechtes Gewissen essen konnte. Spontan einen Kuchen essen war nicht möglich und wenn, dann musste irgendetwas anderes dafür gestrichen werden.
Alle Lebensmittel wurden abgewogen und meine Mahlzeiten wurden nicht danach ausgewählt, worauf ich hunger hatte, sondern nach den Kalorien. Was hat am wenigsten Kalorien? Wie viel Kalorien darf ich noch essen, damit ich auch nicht zu viel esse?
Kurzum; mein kompletter Tag war bis auf den kleinsten Keks durchgerechnet.
Meine Laune; abhängig vom Essen.
So habe ich mir mein eigenes Gefängnis aus Regeln, Restriktionen, Glaubenssätzen und Zwängen gebaut.
Habe ich sie hinterfragt? Nein!
Haben sie mich gestört? Ja!
Konnte ich sie ändern? Nein!
Warum nicht?
Weil diese Verhaltensmuster mir innerlich Sicherheit und Halt gegeben haben und komplett unbewusst abliefen.
Und hier liegt der Knackpunkt. Solange du dir deiner Verhaltensmuster nicht bewusst bist und verstehst warum du so handelst wie du handelst, bist du eine Marionette deines Unterbewusstseins. Stell es dir so vor: In deiner Vergangenheit hast du gewisse Erfahrungen gemacht. Du hattest bestimmte Gefühle in dieser Verbindung die du nicht fühlen wolltest, da sie sich nicht gut angefühlt haben. Du hast sie verdrängt.
Immer wenn du Heute auf eine Situation stößt die ein Gefühl in dir ervorruft, stößt dieses Gefühl auf eine Emotion die du in Verbindung mit deiner Vergangenheit bringst.
Jetzt hast du die Wahl: Entweder du fliehst indem du die Situation durch Kalorien zählen kontrollieren willst oder auch exessiv Sport treiben musst oder aber du blickst dieser Angst in die Augen und machst dir bewusst, dass es eine vergangene Erfahrung ist und nicht dem Hier und Jetzt entspricht. Das Hier und Jetzt bietet dir immer wieder die Chance neu zu wählen, neue Erfahrungen zu machen.
Ansonsten wirst du immer wieder vom Leben, bzw. deinen vergangenen Erfahrungen die du erlebt hast gelebt anstatt das Leben im hier und jetzt zu erleben.

Zusammengefasst bedeutete Essen nichts weiter als Kontrolle und Flucht vor alten Gefühlen.
Eine Flucht bzw ein Verhalten, das mich eigentlich nur beschützen möchte.
Dies gilt es auszuhebeln, zu hinterfragen und aufzulösen.
Denn dienlich ist dir dieses Programm schon lange nicht mehr.

Essen ist nämlich so viel mehr als Kalorien, dick oder dünn sein, Kontrolle und Sicherheit.
Essen ist ein Mittel zum Leben. Ein Lebensmittel.
Ohne Essen sterben wir.
Essen bedeutet Genuss, Gemeinschaft und Wohlbefinden, Freude und Leidenschaft.

Heute bedeutet Essen für mich, auf die Signale meines Körpers zu hören. Frei von Uhrzeit und Regeln.
Ich esse das, worauf ich lust habe.
Ich treffe meine Entscheidungen nicht auf Basis von Regeln die ich mir auf Grund vergangener Überzeugungen auferlegt habe oder welche die Gesellschaft mir vorgeben möchte.
Denn mein Essverhalten ist so individuell wie mein Fingerabdruck.
Warum soll ich auf Kohlenhydrate verzichten wenn ich sie liebe?
Warum darf ich kein Fleisch essen, wenn es mir schmeckt?
Es gibt kein „Gut“ oder „Böse“.
Pizza oder Pasta ist gleichwertig wie eine Gemüsepfanne.
Es gibt keine Uhrzeit die mir sagt, dass ich jetzt keine Kohlenhydrate mehr essen darf.
Wenn mein Körper jetzt hunger auf Schokolade hat, dann gebe ich ihm Schokolade.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich mir immer wieder Schokolade verbiete, ich den ganzen Tag an Schokolade denke.
Verspüre ich also eine Lust auf etwas Süßes, dann esse ich es.
So denke ich nicht Tage lang daran, dass ich eigentlich Lust auf etwas Süßes habe, aber immer wieder etwas „gesünderes“ esse, weil mein Unterbewusstsein es mir vorschreibt, dass es besser ist.
Jedes Nahrungsmittel hat einen gleichen Wert für mich, es war immer nur die Bewertung die es in „ungesund“ und „gesund“ unterteilt hat.
Ich wiege meine Nahrungsmittel nicht mehr ab, denn ich habe verstanden, was diese Handlung bedeutet. Es bedeutet, dass ich unbedingt wissen muss wie viel Kalorien ich esse um anhand dessen festzulegen, was und wie viel ich den Tag über noch essen darf.
Seitdem ich mein Essen nicht mehr abwiege empfinde ich eine unglaubliche Freiheit. Erst dadurch konnte ich noch mehr das essen worauf ich Lust habe, denn ich hatte nicht mehr das Bedürfnis auf die Kalorien zu achten, denn ich wusste eben nicht mehr, wie viel Kalorien ich genau esse. Die Zahl rückte immer mehr in den Hintergrund und ich konnte immer besser auf mein Körpergefühl hören.
An dieser Stelle möchte ich auch noch mal erwähnen, wie wichtig es ist in die Umsetzung zu kommen. Denn es reicht nicht aus, wenn du verstehst und bemerkst, dass du einen komplett strukturierten Tag hast.
Der erste Schritt für mich war, Sätze wie „ich darf … und ich muss… und ich darf nicht… etc“ zu entlarven. Denn hinter diesen Regeln schlummert dein wahres Bedürfnis. Sagt dir dein Ego: “ das darfst du nicht weil,….“ mach es genau dann! Es ist also enorm wichtig achtsam zu sein und dich dann bewusst dafür zu entscheiden anders zu handeln. Anders in dem Sinne, dass du die innere Stimme hörst, sie wahrnimmst und annimmst um dann einen nächst besseren Gedanken denkst, der dir dienlich ist.
Du musst neue Trampelpfade bauen. Das heißt du musst für deinen Verstand neue Erfahrungen machen auf die er zurückgreifen kann.
Nimm deine Angst an die Hand und geh mit ihr zusammen hindurch.
Heute kann ich sagen, dass ich gerne esse. Das ich wirklich fast immer versuche auf meinen Körper zu hören und dass es immer besser klappt, denn ich mache immer neue Erfahrungen, die mir zeigen, dass ich meinem Körper vertrauen kann und dass es ok ist wenn ich den nächsten Tag nicht von Morgens bis Abends geplant habe.
Klar, ist genau das am Anfang extrem schwer, aber durch Kontrolle immer wieder vor der Angst zu fliehen befreit dich am Ende des Tages nicht aus deinem Gedankendschungel. Im Gegenteil, es befeuert es immer und immer wieder, denn du glaubst ohne Kontrolle nicht zu überleben.

Du bist nicht deine Gedanken

Das war der Satz, der alles bei mir verändert hat. Auf den ersten Blick mag er verwirrend klingen. Doch wenn man sich mit diesem Satz näher beschäftigt und ihn hinterfragt, birgt er meiner Meinung nach die Chance sein Handeln und Denken ganz neu zu gestalten und zu verstehen.

Kennst du es nicht auch? Das Wetter ist schlecht, du hast Kopfschmerzen, der Chef nervt oder der Tag läuft einfach nicht so wie du es dir vorstellst? All diese Dinge laufen komplett unbewusst ab und du hinterfragst diese Gedanken nicht. Du lässt dich von den Situationen fremdsteuern und siehst die Schuld für deine schlechte Laune nur in deinem Gegenüber oder der äußeren Begebenheit. Doch mal ganz ehrlich, bist du nicht verantwortlich für dein Leben und somit auch dafür, was du denkst, wie du handelst und was dir geschieht?
Nur dadurch, dass du äußeren Bedinungen die Möglichkeit lässt dich zu beherrschen, hast du schlechte Laune oder fühlst dich schlecht.
Und genau an dieser Stelle setzt der Satz „Du bist nicht deine Gedanken“ ein. Denn du HAST Gedanken. Entscheident ist, welche Bedeutung du deinen Gedanken gibst und wie viel Raum du ihnen schenkst.
Erst als ich das verstanden habe, war mir klar, dass wirklich Niemand für meine Laune verantwortlich ist, außer mir selber. Das Wetter kann nichts dafür, dass es schlecht ist. In dieser Situation hast du die Wahl: Entweder du bläßt trübsal auf Grund des Regens oder du erfreust dich an dem Gedanken, dass hinter den Wolken die Sonne scheint. Es ist immer eine Sache der Bewertung deiner Situation, wie du dich fühlst. Also gib äußeren Einflüssen nicht die Macht über dich, sondern übernimm die Verantwortung für dich und dein Leben. Denn wer lebt schon gerne fremdbestimmt.

Mit diesem Satz wurd mir auch schlagartig klar, dass ich meinen Körper damals falsch wahrgenommen habe. Damals habe ich meinen Körper und mein Aussehen hauptsächlich, ich würde sogar sagen, nur auf mein Äußeres reduziert. Dünn sein bedeutete für mich glücklich sein. Das wurd zu meiner Wahrheit und meiner Identität. Ich glaubte das. Ich identifizierte mich also mit diesen Gedanken. Diese Wahrheit lief nun 8 Jahre voll automatiesiert ab und mein gesamtes Handeln und Denken basierte auf diesem einen Kerngedanken.
Erst dieser eine Satz, von der wundervollen Kira Siefert aus ihrem Podcast Soulfoodjourney ließ mich aufwachen und entlarvte mein gesamtes Verhalten der letzten 8 Jahre. Ich empfinde es als unglaublich wichtig sich über seine Gedanken bewusst zu werden.
Denn nur wenn du weißt, was du den ganzen Tag denkst, hast du die Möglichkeit dein Handeln zu verstehen und es zu verändern. Nur so wird dir bewusst, dass du es bist, der schlechte Laune hat. Vielleicht ist dein Chef in diesem Fall ein potenzieller Auslöser, jedoch liegt es in deiner Macht, wie sehr du dieser Situation Raum gewährst.

Du bist nicht deine Gedanken,
du hast Gedanken!

ich wünsche euch eine schöne Vorweihnachtszeit mit euren Liebsten!
Genießt die Zeit und lasst euch diese schöne Zeit von nichts und niemandem nehmen. Weihnachten ist nur ein mal im Jahr 🙂

Schön im Innen und Außen

„Schönheit beginnt in dem Moment, in dem du dich entscheidest, du selbst zu sein“ -Coco Chanel

Was ist deine Definition von „Schön“?
Was ist „schön sein“ für dich?
Empfindest du dich als „schön“

Mal ganz ehrlich. Wer gibt eigentlich vor, was „schön“ ist und wie das Schönheitsideal von Heute auszusehen hat?
Fest steht auf jeden Fall, dass das heutige Schönheitsideal extrem von dem eigentlichen weiblichen Körper abweicht.
90-60-90 wird als DAS Schönheitsideal angesehen und jede Abweichung dieser Maße ist nicht mehr schön?!
Rundungen, ausgeprägte Hüften, ein etwas molliger Bauch. All das Natürliche einer Frau wird verachtet und als „zu viel“ definiert.
Doch genau das ist unsere weibliche Form. Unser Körper.
Was wir allerdings heut zu Tage machen, ist uns in ein Schönheitsideal rein zu quetschen, welchem wir absolut nicht entsprechen können, mit der Sehnsucht endlich glücklich, anerkannt und geliebt zu sein.
Dein Wert wird von Kleidergrößen, Diäten, Verzicht, Leistungen und Aussehen abhängig gemacht. „Wenn ich aussehe wie XY, dann bin ich erfolgreich, glücklich, SCHÖN, liebenswert“
Was steckt hinter dem Zwang nach Diäten, Sport und Leistung?
Ist es die Sehnsucht nacht Anerkennung?
Nach dem Gefühl endlich glücklich zu sein?
Ich kann dir eins sagen. Egal, was du Heute denkst, egal welche Rückmeldung du bekommst; DU WIRST NIEMALS GLÜCKLICHER WERDEN.
Auch ich hatte lange Zeit die Überzeugung, dass ich glücklicher sein muss, wenn ich dünn bin, dass ich dann geliebt werde und schön bin.
Es wurde zu meiner absoluten Wahrheit und meiner Identität.
Du entfernst dich von dir selbst. Von dem, wer du eigentlich.
Von deiner echten, einzigartigen Schönheit.
Du bist nicht schön, wenn du XS trägst, aussiehst wie Heidi Klum oder das Fitnessprogramm von Sophia Thiel absolvierst.
Du bist schön, wenn du deinen unermesslichen Wert in dir entdeckst. Wenn du deinem Körper vertraust und ihm das gibst, was er dir geschenkt hat. Nämlich dein Leben. Ohne deinen Körper wärst du nicht auf dieser Erde, du könntest nicht laufen, lachen, sprechen und all die Dinge erleben die der Tag für dich bereit hält. Dein Herz schlägt jeden Tag, ohne dass du etwas dafür tun musst. Und was machen wir? Wir zwängen ihm etwas auf, was er nicht ist. Wir wollen sein wie jemand anders und verachten unseren Körper für das, was er ist.

Eigentlich ist Schönheit doch nur ein Begriff im Duden.
Ein Wort. Absolut subjektiv.
Also; was ist jetzt für dich „schön sein“?
Wirklich eine Kleidergröße? 90-60-90 ?
Ich hoffe nicht. Es gibt kein Schönheitsideal. Das einzige Ideal, welchem du hinterher streben solltest, ist die beste Version von dir selbst zu werden.
Dich so zu lieben und anzunehmen, wie du bist. Mit allen Ecken und Kanten. Allen Rundungen und Dellen. Denn das gehört alles zu dir. All das macht dich einzigartig und zu dem der du in Wahrheit bist.
Wunderschön und von ganzem Herzen liebenswert.

Du bist schön, wenn du du bist.

Erlaub dir, du zu sein und entdecke deine ganze Schönheit in dir. All deine Stärken und Schwächen und lerne sie zu akzeptieren

deine Kathi <3

Herz gegen Kopf

Kennst du das auch? Du weißt nicht genau, welche Stimme jetzt gerade zu dir spricht? Ist das, was ich mache wirklich das, was ich will? Will ich wirklich gerade lieber Joggen oder will ich gerade einfach mal auf dem Sofa liegen und die Füße hoch legen? Will ich wirklich nur den Salat ohne Dressing? Oder will ich viel lieber meine lieblings Pizza?

Du kannst deine Herzensstimme niemals verlieren. Sie ist immer in dir. Auch jetzt. Du hast nur verlernt auf sie zu hören. Doch wann hast du sie verloren?
Vielleicht, als du angefangen hast ihr nich mehr zu vertrauen?
Ich habe sie verloren, als ich die Überzeugung entwickelt habe, nicht gut zu sein, so wie ich bin. Also konnte ich ihr nicht mehr trauen. Ich fing an mir etwas zu suchen, dem ich vertrauen konnte. Ich fand den Halt im hungern. Diesem Gefühl konnte ich vertrauen, da es mich dort hin brachte wo ich immer hin wollte. Dünn sein. Komplimente bekommen. Aufmerksamkeit erregen. Meine neue Stimme war geboren. 8 Jahre lang lebt sie nun in mir. Hat sich gefestigt, eingebrannt. Sie ist unheimlich laut und immer zur Stelle wenn es um Entscheidungen oder Handlungen in meinem Alltag geht. Ich habe sie nicht unter Kontrolle.

Wie lerne ich, sie unter Kontrolle zu bekommen und mehr auf meine Herzstimme zu hören. Auf die Stimme, die das Richtige für mich will und der ich vertrauen kann.
Der erste Schritt, ist es, sich darüber bewusst zu werden, dass die beiden Stimmen in einem sind.
Die Kopfstimme ist meistens die erste Stimme die dir in den Sinn kommt, wenn du vor einer Entscheidung stehst.
Z.B isst du den Salat, weil dein Kopf dir sagt, dass er gesünder ist und die Pizza dick macht. Dein Herz schreit aber nach der Pizza.
Um dem schlechten Gefühl auszuweichen, dass dich überkommt, wenn du daran denkst, was passiert, wenn du die Pizza isst verdrängst du diesen Gedanken und bestellst dir den Salat. In diesem Moment ist es wichtig, dass du genau das Gefühl nicht weg drückst, denn so kannst die deine Herzstimme hören.
Lerne ihr wieder langsam zu vertrauen. Das schaffst du nur, wenn du achtsam bist in deinen Entscheidungen. Frag dich immer wieder, ob es wirklich das ist, was du gerade willst oder ob es wieder nur die voreilige Kopfstimme ist, die dich in deiner Komfortzone halten möchte.
Es braucht Zeit und Übung. Es geht nicht von Heute auf Morgen.
Auch ich habe gerade in diesem Thema auch noch sehr große Probleme, aber ich bemühe mich, die Kopfstimme immer kleiner werden zu lassen. Denn sie will mir nichts gutes. Sie bringt mich nicht weiter!

Hör auf dein Herz, es sagt dir genau was richtig für dich ist.
Deine Seele wartet nur darauf, sich über dich zum Ausdruck zu bringen.
Es ist alles  bereits in dir!
Hab vertrauen.

Deine Kathi

Angst. Was ist Angst, wie gehe ich mit Angst um?

Im heutigen Beitrag geht es um ein Thema, welches mir sehr am Herzen liegt.  Ich persönlich hatte unglaublich viel damit zu kämpfen  und habe es auch immer. Es hält mich noch sehr von meinen Träumen und Veränderungen ab.
Es geht um die Angst!

Was ist Angst eigentlich? Warum haben wir Angst?
Angst will dich im Endeffekt nur schützen. Es gab eine Verletzung oder eine Erfahrung  in deiner Vergangenheit, die für dich sehr prägend war. Dies kann unterbewusst sein und du hast jetzt gerade vielleicht keinen Zugriff mehr darauf. Allerdings ist es wichtig, dass du dir diesen Anteil wieder ins Gedächtnis rufst, damit du erkennen kannst, wovor die Angst dich schützen möchte. Was hast du erlebt? Hat dich früher Jemand geärgert, gemobbt, schlecht behandelt, dir keine Zuneigung oder Anerkennung geschenkt? Versuche dich zu erinnern. Bei mir war es die tiefe Unzufriedenheit die ich empfunden habe, wenn ich in den Spiegel geschaut habe. Ich beneidete ALLE. Jeder in meinem Umfeld war besser als ich.  Ich fühlte mich nicht wohl in meiner Haut, ich wollte raus aus ihr. Dieses Gefühl war für mich so unaustehlich, dass ich mich in die Magersucht stürtzte, um den Schmerz nicht mehr spüren zu müssen. Endlich dünn zu sein, wie die Menschen, die ich beneidete.

Heute weiß ich, dass die Verletzung in mir alt ist. Wie in meinem letzten Beitrag beschrieben, geht es in erster Linie darum diesen verletzten Anteil zu heilen. Trotzdem habe ich immer noch angst vor dem Zunehmen. Warum? Weil mich die Angst genau vor diesem alten Gefühl beschützen möchte, welches ich damals so enorm gespürt habe und als so schmerzhaft verinnerlicht habe. Angst davor, wieder so zu empfinden, wenn ich mehr auf den Rippen habe.

Was hilft mir dabei in die Angst zu gehen?
Ich lasse die Angst zu, ich gebe ihr großen Raum. Spüre sie und mache mir bewusst, dass ich jetzt gerade, in diesem Moment, erwachsen bin und nicht hilflos, wie damals in dem Gefühl. Egal was mein Verstand, mein Kopf mir sagt, es wird nicht eintreffen. Meine Vergangenheit ist vergangen. Nur in dem ich immer wieder bewusst in diese Angst gehe und nicht ständig Wege suche, die mir leichter erscheinen, nur so kann ich erkennen, dass mein Verstand nicht recht hat. Raus aus dem Kopf, rein ins Herz!

Um dir zu veranschaulichen, was ich meine, wenn dein Verstand zu dir spricht, gebe ich dir ein schönes Beispiel.
Stell dir wirklich bildlich vor,  das du in einem Auto sitzt und  von der Straße abkommst. Du rutscht in einen See. Du bist gefangen in deinem Auto und du merkst, wie dein Auto langsam sinkt und sich mit Wasser füllt. Du erkennst, dass du dich nicht mehr aus dem Auto retten kannst und wohl qualvoll sterben wirst.  Stell dir dieses Gefühl innerlich richtig vor. Wie fühlst du dich?
Diese Emotion, die du jetzt spürst ist eine Reaktion auf das, was dein Verstand dir zeigt. Aber du bist nicht in dieser Situation. Du bist nämlich nicht dein Verstand. Alles was du dir in deinem Kopf vorstellst, bewirkt eine Emotion in dir, die dich dann beängstigen kann. Deine Angst ist immer nur in der Zukunft. Wenn du dich in Achtsamkeit übst, stellst du schnell fest, dass im Jetzt alles okay ist.
Stell dir jetzt ein mal vor, du liegst an einem wunderschönen Strand. Die Sonne scheint auf deinen Bauch, du spürst die Wärme, hörst die Wellen und die Möven im Hintergrund und fühlst dich in absoluter Entspannung.
Auch dieses Gefühl ist eine Reaktion auf deinen Verstand, auf das, was er dir gerade in den Kopf bringt.
Das zeigt, dass DU allein dafür verantwortlich bist, was du denken möchtest und was du fühlen möchtest. Du bist verantwortlich für deine Situation.
Dein Verstand gaukelt dir Dinge vor, um dich vor etwas zu beschützen, was niemals eintreten wird.
Ich habe mich damals dick und unwohl gefühlt, schlechter als alle Anderen. Aber Heute weiß ich, dass das eine falsche Wahrnehmung war.  Es war nicht die Wahrheit.

Angst ist nicht schlecht. Im Gegenteil. Angst lässt dich wachsen. Aber auch nur dann, wenn du deinen Verstand nicht täglich mit Gedanken fütterst, was alles passieren könnte.
Lad deine Angst ein da sein zu dürfen, ohne sie bekämpfen zu wollen. Druck erzeugt immer Gegendruck. Sei liebevoll zu deiner Angst, so wird sie irgendwann merken, dass sie bei dir falsch ist und sich langweilt. Dann wird sie verschwinden. Hab gedult. Das funktioniert nicht von Heute auf Morgen. Diesen Prozess muss ich auch durchlaufen!

Ich hoffe ich konnte dir deine Angst vielleicht ein bisschen nehmen, oder dir erst mal ein Verständnis dafür geben, was deine Angst überhaupt ist.

Es drückt dich,
deine Kathi

 

Mein inneres Kind heilen

Meine erste Begegnung mit diesem Satz, war in einer Podcastfolge, mit einem Interview der Autorin. Dieser Podcast veränderte wirklich viel in mir. Ich verstand so Einiges und mir wurde klar, was wirklich hinter meiner Magersucht und meinem Verhalten stand. Hinter der Hilflosigkeit, ein Verhalten an den Tag zu legen, welches im Gegensatz zu dem steht, was ich eigentlich will. Nämlich zunehmen. Immer wieder der gleiche Satz meiner Mutter: „iss doch einfach mal mehr“ Natürlich weiß ich, dass ich „einfach“ mehr essen muss. Aber wenn es so „einfach“ wäre, würde ich es sofort machen. Durch diesen Podcast jedoch, verstand ich auf ein mal, warum es eben nicht so „einfach“ ist und fühlte mich nicht mehr so hilflos der Situation ausgesetzt.

Was ist mit dem „inneren Kind“ gemeint?: Das innere Kind spiegelt all deine Prägungen, Erfahrungen und Glaubenssätze aus deiner Vergangenheit wieder. Situationen, die du als Kind erlebt hast und daraus Schlußfolgerungen für dich gezogen hast. Bei mir war es z.B der Leistungssport, der mir die Überzeugung vermittelt hat, dass gute Leistungen für Anerkennung und Lob sorgen  und auch gute Noten in der Schule belohnt werden.  Mein Glaubenssatz aus diesen Erfahrungen lautete also: Leistung gegen Anerkennen und Lob. Außerdem entstand bei mir der Glaubenssatz: ich bin nicht gut genug, so wie ich bin. Aus dieser Überzeugung wuchs meine Magersucht. Denn die Magersucht ist eine Schutzstrategie, um dieses Gefühl, des nicht genug seins auszuhalten. Man baut sich eine Realität auf, um zu dieses negative Gefühl zu verdrängen, nicht mehr zu spüren. Es ist eine Illusion der man verfällt, denn man glaubt, dass man dieses Gefühl loswird und glücklich ist, wenn man dünn ist. Das man etwas wert ist, wenn man einem bestimmten Schönheitsideal entspricht. Doch leider ist dem nicht so, denn man eifert etwas nach, was man nie erreichen wird, denn man wird nie glücklich sein. So bewegt man sich in einem Teufelskreis. Um aus diesem Karussel auszutreten, hat es mir unwahrscheinlich geholfen, mich mit meinem inneren Schattenkind und meinen Überzeugungen zu beschäftigen, um es zu heilen, neue Glaubenssätze zu entwickeln und dann neue Verhaltensmuster an den Tag zu legen. Denn nur in dem ich meine alten Glaubenssätze hinterfrage, kann ich bereit sein, mein Handeln zu verstehen und zu verändern. An dieser Stelle, tritt das erwachsenen Ich ins Licht. Das erwachsenen Ich ist der Verstand. Der Anteil, der zb. zunehmen will und weiß, dass es besser ist, mehr zu essen. Es geht darum, in dem Moment, in dem man in alte Verhaltensmuster fällt, wie hungern oder exzessiv sport treiben, sich zu ertappen und neu zu wählen. Das erwachsenen Ich wahrzunehmen. Dies ermöglicht dir, in dein Sonnenkind zu kommen. Das Sonnenkind steht dem Schattenkind gegenüber. Das Sonnenkind erinnert dich daran, dass du wertvoll bist, so wie du bist. Das du genug bist und nicht hungern brauchst oder die Kontrolle über dich und deinen Körper haben musst, sondern deinem Körper vertrauen darfst. Mit Hilfe des erwachsenen Ichs schaffst du es also, in dein Sonnenkind zu kommen und dich nicht mehr von deinen negativen Gedanken überrollen zu lassen. Du bist gut so, genau so wie du bist! Ich verstand, dass ich mich im Unterbewusstsein über mein Außen identiviziert hatte. Ich konnte die Kontrolle nicht loslassen, denn mein Schattenkind beherrschte mich durch die alte Überzeugung, dünn sein zu müssen um Liebe zu erfahren und  glaubte der Illusion, dann glücklich zu sein, wenn ich dünn war. Auch wenn mein erwachsenen Ich schon längst verstand, dass ich nicht glücklich war. Diese Stimme war bis Heute jedoch nicht präsent. Dies macht ein Loslassen unmöglich.

Warum ist es also so schwer dieses Verhalten loszulassen? Durch die Magersucht glaubt man, die totale Kontrolle über sich und seinen Körper zu haben. Denn das Gefühl, des nicht genug seins ist nicht greifbar, es schwirrt wie ein Geist in unserem Körper. Kalorien zählen oder eine Zahl auf der Waage sind jedoch Dinge, die greifbar sind. Ich kann mit diesen Verhaltensmustern also das Gefühl des nicht genug seins verdrängen, in dem ich zb. denke, wenn ich XY Kg wiege, dann bin ich wertvoll oder wenn ich 2 Std. Sport mache bin ich super fit und bekomme Anerkennung im Außen. Lasse ich die Kontrolle los, bedeutet das Unsicherheit für mich. Und das macht es so schwer, sich von alten Verhaltensmustern zu trennen die einem im Unterbewusstsein Sicherheit geben.  Je mehr ich mich von meinen alten Glaubenssätzen distanziere und sie ins Gegenteil drehe, desto leichter fällt es mir die Kontrolle loszulassen und ins Vertrauen zu gehen.  Dafür gehe ich in Situationen, die mich vermeintlich wieder überrollen gerne in die Beobachterperspektive und schaue von oben auf mich herab. So kann ich feststellen, dass ich in meinem Schattenkind gefangen bin und ich auf Grund alter Überzeugungen handel. Durch den Wechsel von der Feldperspektive in die Beobachterperspektive schaffe ich es, neu zu wählen und mich aus meinem alten Film herauszuholen.

Es dauert, bis sich neue Gewohnheiten festigen und alte Gewohnheiten verschwinden. Aber gib nicht auf, geh durch den Schmerz und du wirst sehen, dass es Licht gibt.

Deine Kathi 🙂

Heilung

Was bedeutet Heilung für dich? Für mich war der Begriff „Heilung“ bis vor einem Jahr ganz einfach; Wenn ich mein Normalgewicht von 56kg erreicht habe und meine Gedanken nicht den ganzen Tag um das Thema Essen drehen, dann bin ich geheilt. Da diese Vorstellung für mich so gut wie unvorstellbar war, war ich der Überzeugung, dass ich es nie schaffen werde gesund, geschweige denn geheilt zu werden . Denn zu diesem Zeitpunkt hatte ich große Probleme mit dem Essen.  Ich war gefangen in meiner Kontrolle über das Essen, zählte zwanghaft Kalorien; wann esse ich was und wie viel, wie viele Kohlenhydrate darf ich noch essen, was darf ich nicht mehr essen damit ich meinen Fettgehalt nicht überschreite der mir zu steht, 105g Reis anstatt 100g waren nicht möglich und ich suchte die 10 Reiskörner wieder raus. Ein absoluter Kontrollzwang entstand, aus dem ich nicht ausbrechen konnte und mich verzweifeln lies. Es fraß mich innerlich auf, ohne dass ich es merkte. Sogar mein Hausarzt vertiefte diese Überzeugung in dem er sagte, dass magersüchtige Menschen ein Leben lang Probleme mit dem Esse haben werden. Sehr ermutigend. Aber ich war der gleichen Auffassung, denn alles sprach in meinen Augen dafür. Ich sah mich hilflos meinen Gedanken und Zwängen ausgesetzt.

Heute, ein Jahr später bin ich komplett anderer Meinung. Auf Grundlage der täglichen Beschäftigung  mit mir und meinen Gedanken und der Heilung meines inneren Kindes habe ich Zugang zu meinem Unterbewusstsein gefunden. Dies erlaubt mir Heute die Ursache für meine Magersucht aufzudecken und alte Gedanken und Gefühle zu heilen. Denn in vergangen Erfahrungen und Gefühlen liegt die Wurzel deiner Essstörung. Ich habe gestern ein super inspirierendes Video zu diesem Thema gesehen und möchte es gerne mit dir teilen. Es geht um die 5 Phasen der Heilung, welche es gilt zu durchlaufen. Am Ende wirst du deine Essstörung als Geschenk annehmen und die Botschaft hinter ihr sehen, die es gilt zu lesen.

Phase 1: Realisieren: realisieren. Realisieren, dass ein Verhalten an den Tag gelegt wird, Welches du gerne ändern möchtest, aber es nicht schaffst. In dieser Phase habe ich realisiert, dass ich alles andere als nach Gefühl esse und alles was ich aß strenger Kontrolle unterlag. In dieser Phase wird einem klar, dass es sich nicht um ein Verhalten geht, Welches sich von Heute auf Morgen ändern lässt. Viel mehr ist es zu einem Problem geworden, aus dem man sich nicht befreien kann, so sehr man es sich auch wünscht. Wenn ich realisiere, dass ich etwas mache, was ich nicht tun möchte bin ich fremdbestimmt. Diesem Gefühl fühlt man sich hilfos ausgesetzt und ist in einen Zustand von Hilflosigkeit gefangen. Diese Phase ist der Beginn von Heilung. Ich realisiere das erste Mal, was gerade in mir vor geht; dass ich fremdbestimmt bin und dass ich nicht die Kontrolle habe, in dem ich alles Kontrolliere.  Hier begann meine Reise der Heilung. Ich verstand, dass Essen nicht das Problem ist und Kalorien zählen nicht die Lösung.

Phase 2: wollen. Ich muss wirklich wollen, alles dafür zu  tun,  um mich mit meinen wahren Themen auseinander zusetzten und Heilung auf tiefer, seelischer Ebene zu erfahren. Ich muss alles tun wollen, um einen Weg zu mir zu finden. Zu mir und meinem Inneren. Ich muss es wollen, herauszufinden, wer ich wirklich bin. Ich wollte unbedingt erfahren, wer Kathi wirklich ist, ohne Kontrolle, Zwänge, Ängste und fremdbestimmtem Handeln. Egal was es kostet. Du musst es wollen. Was ist es, was du willst? Wohin willlst du? Du musst die Entscheidung aus tiefer Überzeugung heraus treffen. Das ist echter Wille. Du musst es für dich wollen, nicht für deinen Eltern, deine Freundin oder deine Tante. Es geht ganz allein um dich und um dein Leben. Diese Entscheidung  wird dich auf deinen Weg zurück bringen,  wenn du abdriftest. Denn sie entstand auf eigener Überzeugung. Wenn du dein „Warum“ weißt, kommt das „wie“ von selbst. Ich weiß, dass es ein anderes Leben gab. Es liegt bereits in mir. Ich muss nur bereit sein, es wieder willkommen zu heißen.

Phase 3: annahme:  Annahme für das, was ist und das, was wahr. Du legst den Kampf gegen deine Essstörung ab, denn du  realisierst, dass dein Verhalten nicht funktioniert und es nicht darum geht, die Kontrolle zu haben, sondern sie abzugeben und in vertrauen einzutauchen. In dieser Phase ist es das aller Wichtigste, die Kontrolle loszulassen und zu vertrauen. Vertrauen dahin entwickeln, dass alles aus einem Grund passiert und du somit in dein Leben vertrauen darfst.  Annahme findet dann statt, wenn du dir ein Leben ohne Essstörung vorstellen kannst und das dafür nötige vertrauen  in deinen Prozess hast. Du hast das Vertrauen in deine Heilung, auch wenn es sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht so anfühlt. Der Glaube an etwas, macht es geschehen. Es gibt einen Weg aus deiner Essstörung, auch wenn du angst hast ihn zu gehen, aus Unsicherheit, was in der Zukunft auf dich wartet. Aber ich sage dir heute eins: die Vergangenheit ist geschehen, die Zukunft noch nicht da, also lebe den Moment! Mit der Annahme setzt du die Basis für das Vertrauen in dein Leben, geh diesen Schritt und es öffnen sich neue Türen, denn wo sich eine Tür schließt, öffnet sich die nächste. In diesem Fall die Phase vier.

Phase 4: akzeptieren. Nach dem du die Phase der Annahme für dich verstanden hast, bist du bereit, deine Vergangenheit nicht nur anzunehmen sondern sie auch als Abschnitt in deinem Leben zu akzeptieren. Du bist im Frieden mit deinem Körper und kämpfst nicht mehr gegen ihn, aus Hass für das, was er dir angetan hat. Du schließt Frieden mit allem was war, mit deinen bisherigen Entscheidungen und deiner Vergangenheit.  Du heißt ab Heute alles in dir Willkommen, es darf alles sein, denn es ist alles richtig, so wie es ist. Du kannst Lebensmimttel als Mittel für dein Leben begrüßen, denn du kannst deinen Körper als Geschenk akzeptieren und gibst ihm mit Freude das, was er verdient hat. Am Anfang ist es vielleicht schwierig mit etwas frieden zu schließen, was dir so viel Elend und Schmerzen bereitet hat, etwas, welches du seit Jahren innerlich ablehnst und verachtest. Doch durch Akzeptanz kannst du deine Gedanken ohne Wertung wahrnehmen und somit auch deiner Vergangenheit wertfrei gegenüber stehen. So schaffst du es, wieder eine Beziehung zu dir aufzubauen. So kann Frieden und Freiheit in dein Leben zurück kommen, denn du blockierst dich nicht mehr durch deine Gedanken und Gefühle. Du gibst dir die Erlaubnis glücklich zu sein. Durch Annahme und Akzeptanz legst du den Kampf gegen dich selber nieder, so dass Platz für Frieden und Freiheit geschaffen werden kann. Du kannst jetzt all die Energie für postitive Gedanken nutzen, die zuvor in deinen negativen Gedanken geflossen ist. Es ist so unglaublich wichtig,  dass du all das was ist akzeptierst um deiner Heilung ein Stück weit näher zu kommen. Betrachte es als Fundament für deinen weiteren Heilungsprozess.

 Phase 5: Dankbarkeit. Hast du die vier Schritte erfolgreich durchlaufen, kannst du jetzt auf dein Leben zurückschauen und pure Dankbarkeit empfinden. Dankbarkeit für all das, was dir wiederfahren ist. Du verstehst, dass nichts in deinem Leben einfach so passiert und kannst das Rätsel hinter deiner Essstörung lösen. Du verstehst, was es dir sagen wollte und siehst es nicht mehr als Bestrafung an, denn es wollte dir nur etwas Gutes.  Ich persönlich habe damals nicht geglaubt, dass ich die Krankheit irgendwann als ein Geschenk annehmen könnte. Doch durch das durchlaufen der obigen Schritte bin ich dem Verstädnis von Heilung so viel näher gekommen und kann mit absoluter Überzeugung sagen, dass meine Magersucht ein Geschenk für mich war.  Wenn auch kein so schönes, aber ich habe die Lektion dahinter verstanden, in dem ich realsiert habe, was mein Problem ist, meine Vergangenheit angenommen habe und  all das akzeptierte was passiert ist. Ich habe so zu mir zurückgefunden und gelernt, dass ich mich lieben kann, so wie ich bin. Mit all meinen Ecken und Kanten und das ich nichts dafür tun muss, damit ich geliebt werde, denn ich bin geliebt.  Durch meine Entwicklung lerne ich mein Leben zu schätzen und jede Sekunde nach meinen Vorstellungen kreieren zu können.  Ich weiß, dass ich keine weitere Sekunde mehr unbewusst leben möchte. Der Weg durch die Phasen kann immer mal stocken aber je weiter du gehst, desto heller wird es und desto mehr Vertrauen erlangst du, dass das Licht kommt.

Ich schenke euch Liebe, eure Kathi

Um loszulassen musst du vergeben

… das war wohl eines der wichtigsten Erfahrungen die ich auf dem Weg meiner Heilung machen durfte. Vergeben. In der Zeit, in der ich von einer Klinik in die nächste kam und auch in der Zeit danach, habe ich mich oft gefragt, warum mir das alles passieren musste. Warum ich? Was habe ich getan, dass ich so etwas verdient habe? Ich habe es jeder anderen Person innerlich gewünscht. Somit habe ich die Verantwortung unterbewusst komplett von mir abgewiesen und mich auch gar nicht damit beschäftigt, dass ich allein für meine Situation verantwortlich bin. Doch nur ich bin verantwortlich für meine Gedanken, Gefühle und Handlungen. Bis ich das verstanden hatte, brauchte es eine sehr lange Zeit. Der erste Schritt zu dieser Erkenntnis war das Thema „Vergebung“. Zuerst stand ich diesem Thema sehr skeptisch gegenüber und dachte mir „wem soll ich denn bitte vergeben, ich bin doch hier das Opfer und ich befinde mich in dieser sch*** Situation“ . Als ich mich jedoch darauf einließ und verstand, dass „vergeben“ meint,  diese Vorwürfe in mir loszulassen, öffnete ich mich dem Thema und war innerlich bereit, mich damit zu beschäftigen. Erfolgreich. Ich erkannte, dass ich selber Vorwürfe in mir trug die gegen mich gerichtet waren und auf meiner Vergangenheit basieren. Ich hatte eine kleine Kathi in mir, die sich nicht gut genug, nicht richtig fühlte wie sie war. Ausgelöst durch diverse vergangene Situationen in meiner Kindheit. Eine kleine Kathi, die sich schlechter und dicker fühlte als alle anderen in ihrem Umfeld.  Dieser Kathi musste ich vergeben.

Welchen Anteil hast du in dir, an dem du festhältst. Ist es vielleicht eine außenstehende Person der du nicht vergeben kannst und Vorwürfe ihr gegenüber mit dir rumträgst? So lange du dieser Person oder diesem Anteil in dir nicht für das vergibst, was er oder sie dir angetan hat, hältst du fest und überlässt die Verantwortung über deine Gedanken, Gefühle und Handlungen dem Außen. Aber bist du nicht Schöpfer deines Lebens und verantwortlich dafür was du den ganzen Tag denkst und wie du handeln möchtest?!

Ich nahm also meine verletzte Kathi in den Arm und vergab ihr für das, was sie mir den ganzen Tag über erzählte und was sie sich all die Jahre zusammen gereimt hatte. War ich wirklich dick gewesen? War ich wirklich schlechter als die anderen? Bin ich wirklich nur dann liebenswert, wenn ich einem bestimmten Körperideal entspreche? So gab ich mir die Chance in Verbindung mit mir und meinem verletzten Anteil zu kommen. Ich vergab der kleinen Kathi, dass sie diese negativen Gedanken über mich hatte und lies sie langsam los. Ich stellt mich ihr gegenüber, nahm sie in den Arm und sagte ihr, dass sie liebenswert ist, so wie sie ist und dass ich ihr verzeihe für all die negativen Überzeugungen.

Vergib den Personen die dir schaden zugefügt haben, oder die dafür verantwortlich sind, dass du in gewisse Situationen geraten bist. Denn nur in dem du ihnen vergibst, lässt du los. Du nimmst ihnen die Verantwortung dich in deinem Handeln zu beeinflussen.  Nur so kannst du weiter gehen, ohne den Vorwurf an deinen inneren Anteil oder einer Person im außen. Schon Silbermond brachte es  in ihrem Lied auf den Punkt: „Also nimmst du den Ballast und schmeisst ihn weg, denn es lebt sich besser, so viel besser mit leichtem Gepäck“!!!

Seit dem bin ich dabei, diese negativen Glaubenssätze von Tag zu Tag aufzulösen und durch neue zu ersetzen. Dieser Prozess braucht Zeit. Schließlich habe ich knapp 10 Jahre mit dieser Überzeugung gelebt, nicht gut, nicht liebenswert und nicht richtig zu sein, so wie ich bin. Es gibt immer wieder Tage an denen mich diese Gedanken einholen, jedoch weiß ich heute damit umzugehen und lasse mich nicht, wie noch vor 6 Monaten, von diesen Gedanken wie eine Welle überrollen und beherschen. Durch Vergebung habe ich meine Geschichte die ich mir all die Jahre erzählte habe, als Illusion und Lüge entlarft. Dies macht es mir Heute möglich eine andere Perspektive an schlechten Tagen einzunehmen. Denn ich bin nicht meine Gedanken, ich habe Gedanken! Und egal, welche Geschichte du über dich hast, hinterfrage sie erst auf Wahrheit bevor du ihr den Raum gibst dich zu kontrollieren und dich in deinem Handeln und Denken zu bestimmen! Denn auch du hast nur Gedanken und bist dafür verantwortlich von du diese Welle reitest oder dich von ihr überrollen lässt.

Nicht alles was du denkst, ist wahr! Denk mal drüber nach 😉