Angst. Was ist Angst, wie gehe ich mit Angst um?

Im heutigen Beitrag geht es um ein Thema, welches mir sehr am Herzen liegt.  Ich persönlich hatte unglaublich viel damit zu kämpfen  und habe es auch immer. Es hält mich noch sehr von meinen Träumen und Veränderungen ab.
Es geht um die Angst!

Was ist Angst eigentlich? Warum haben wir Angst?
Angst will dich im Endeffekt nur schützen. Es gab eine Verletzung oder eine Erfahrung  in deiner Vergangenheit, die für dich sehr prägend war. Dies kann unterbewusst sein und du hast jetzt gerade vielleicht keinen Zugriff mehr darauf. Allerdings ist es wichtig, dass du dir diesen Anteil wieder ins Gedächtnis rufst, damit du erkennen kannst, wovor die Angst dich schützen möchte. Was hast du erlebt? Hat dich früher Jemand geärgert, gemobbt, schlecht behandelt, dir keine Zuneigung oder Anerkennung geschenkt? Versuche dich zu erinnern. Bei mir war es die tiefe Unzufriedenheit die ich empfunden habe, wenn ich in den Spiegel geschaut habe. Ich beneidete ALLE. Jeder in meinem Umfeld war besser als ich.  Ich fühlte mich nicht wohl in meiner Haut, ich wollte raus aus ihr. Dieses Gefühl war für mich so unaustehlich, dass ich mich in die Magersucht stürtzte, um den Schmerz nicht mehr spüren zu müssen. Endlich dünn zu sein, wie die Menschen, die ich beneidete.

Heute weiß ich, dass die Verletzung in mir alt ist. Wie in meinem letzten Beitrag beschrieben, geht es in erster Linie darum diesen verletzten Anteil zu heilen. Trotzdem habe ich immer noch angst vor dem Zunehmen. Warum? Weil mich die Angst genau vor diesem alten Gefühl beschützen möchte, welches ich damals so enorm gespürt habe und als so schmerzhaft verinnerlicht habe. Angst davor, wieder so zu empfinden, wenn ich mehr auf den Rippen habe.

Was hilft mir dabei in die Angst zu gehen?
Ich lasse die Angst zu, ich gebe ihr großen Raum. Spüre sie und mache mir bewusst, dass ich jetzt gerade, in diesem Moment, erwachsen bin und nicht hilflos, wie damals in dem Gefühl. Egal was mein Verstand, mein Kopf mir sagt, es wird nicht eintreffen. Meine Vergangenheit ist vergangen. Nur in dem ich immer wieder bewusst in diese Angst gehe und nicht ständig Wege suche, die mir leichter erscheinen, nur so kann ich erkennen, dass mein Verstand nicht recht hat. Raus aus dem Kopf, rein ins Herz!

Um dir zu veranschaulichen, was ich meine, wenn dein Verstand zu dir spricht, gebe ich dir ein schönes Beispiel.
Stell dir wirklich bildlich vor,  das du in einem Auto sitzt und  von der Straße abkommst. Du rutscht in einen See. Du bist gefangen in deinem Auto und du merkst, wie dein Auto langsam sinkt und sich mit Wasser füllt. Du erkennst, dass du dich nicht mehr aus dem Auto retten kannst und wohl qualvoll sterben wirst.  Stell dir dieses Gefühl innerlich richtig vor. Wie fühlst du dich?
Diese Emotion, die du jetzt spürst ist eine Reaktion auf das, was dein Verstand dir zeigt. Aber du bist nicht in dieser Situation. Du bist nämlich nicht dein Verstand. Alles was du dir in deinem Kopf vorstellst, bewirkt eine Emotion in dir, die dich dann beängstigen kann. Deine Angst ist immer nur in der Zukunft. Wenn du dich in Achtsamkeit übst, stellst du schnell fest, dass im Jetzt alles okay ist.
Stell dir jetzt ein mal vor, du liegst an einem wunderschönen Strand. Die Sonne scheint auf deinen Bauch, du spürst die Wärme, hörst die Wellen und die Möven im Hintergrund und fühlst dich in absoluter Entspannung.
Auch dieses Gefühl ist eine Reaktion auf deinen Verstand, auf das, was er dir gerade in den Kopf bringt.
Das zeigt, dass DU allein dafür verantwortlich bist, was du denken möchtest und was du fühlen möchtest. Du bist verantwortlich für deine Situation.
Dein Verstand gaukelt dir Dinge vor, um dich vor etwas zu beschützen, was niemals eintreten wird.
Ich habe mich damals dick und unwohl gefühlt, schlechter als alle Anderen. Aber Heute weiß ich, dass das eine falsche Wahrnehmung war.  Es war nicht die Wahrheit.

Angst ist nicht schlecht. Im Gegenteil. Angst lässt dich wachsen. Aber auch nur dann, wenn du deinen Verstand nicht täglich mit Gedanken fütterst, was alles passieren könnte.
Lad deine Angst ein da sein zu dürfen, ohne sie bekämpfen zu wollen. Druck erzeugt immer Gegendruck. Sei liebevoll zu deiner Angst, so wird sie irgendwann merken, dass sie bei dir falsch ist und sich langweilt. Dann wird sie verschwinden. Hab gedult. Das funktioniert nicht von Heute auf Morgen. Diesen Prozess muss ich auch durchlaufen!

Ich hoffe ich konnte dir deine Angst vielleicht ein bisschen nehmen, oder dir erst mal ein Verständnis dafür geben, was deine Angst überhaupt ist.

Es drückt dich,
deine Kathi

 

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