Mein inneres Kind heilen

Meine erste Begegnung mit diesem Satz, war in einer Podcastfolge, mit einem Interview der Autorin. Dieser Podcast veränderte wirklich viel in mir. Ich verstand so Einiges und mir wurde klar, was wirklich hinter meiner Magersucht und meinem Verhalten stand. Hinter der Hilflosigkeit, ein Verhalten an den Tag zu legen, welches im Gegensatz zu dem steht, was ich eigentlich will. Nämlich zunehmen. Immer wieder der gleiche Satz meiner Mutter: „iss doch einfach mal mehr“ Natürlich weiß ich, dass ich „einfach“ mehr essen muss. Aber wenn es so „einfach“ wäre, würde ich es sofort machen. Durch diesen Podcast jedoch, verstand ich auf ein mal, warum es eben nicht so „einfach“ ist und fühlte mich nicht mehr so hilflos der Situation ausgesetzt.

Was ist mit dem „inneren Kind“ gemeint?: Das innere Kind spiegelt all deine Prägungen, Erfahrungen und Glaubenssätze aus deiner Vergangenheit wieder. Situationen, die du als Kind erlebt hast und daraus Schlußfolgerungen für dich gezogen hast. Bei mir war es z.B der Leistungssport, der mir die Überzeugung vermittelt hat, dass gute Leistungen für Anerkennung und Lob sorgen  und auch gute Noten in der Schule belohnt werden.  Mein Glaubenssatz aus diesen Erfahrungen lautete also: Leistung gegen Anerkennen und Lob. Außerdem entstand bei mir der Glaubenssatz: ich bin nicht gut genug, so wie ich bin. Aus dieser Überzeugung wuchs meine Magersucht. Denn die Magersucht ist eine Schutzstrategie, um dieses Gefühl, des nicht genug seins auszuhalten. Man baut sich eine Realität auf, um zu dieses negative Gefühl zu verdrängen, nicht mehr zu spüren. Es ist eine Illusion der man verfällt, denn man glaubt, dass man dieses Gefühl loswird und glücklich ist, wenn man dünn ist. Das man etwas wert ist, wenn man einem bestimmten Schönheitsideal entspricht. Doch leider ist dem nicht so, denn man eifert etwas nach, was man nie erreichen wird, denn man wird nie glücklich sein. So bewegt man sich in einem Teufelskreis. Um aus diesem Karussel auszutreten, hat es mir unwahrscheinlich geholfen, mich mit meinem inneren Schattenkind und meinen Überzeugungen zu beschäftigen, um es zu heilen, neue Glaubenssätze zu entwickeln und dann neue Verhaltensmuster an den Tag zu legen. Denn nur in dem ich meine alten Glaubenssätze hinterfrage, kann ich bereit sein, mein Handeln zu verstehen und zu verändern. An dieser Stelle, tritt das erwachsenen Ich ins Licht. Das erwachsenen Ich ist der Verstand. Der Anteil, der zb. zunehmen will und weiß, dass es besser ist, mehr zu essen. Es geht darum, in dem Moment, in dem man in alte Verhaltensmuster fällt, wie hungern oder exzessiv sport treiben, sich zu ertappen und neu zu wählen. Das erwachsenen Ich wahrzunehmen. Dies ermöglicht dir, in dein Sonnenkind zu kommen. Das Sonnenkind steht dem Schattenkind gegenüber. Das Sonnenkind erinnert dich daran, dass du wertvoll bist, so wie du bist. Das du genug bist und nicht hungern brauchst oder die Kontrolle über dich und deinen Körper haben musst, sondern deinem Körper vertrauen darfst. Mit Hilfe des erwachsenen Ichs schaffst du es also, in dein Sonnenkind zu kommen und dich nicht mehr von deinen negativen Gedanken überrollen zu lassen. Du bist gut so, genau so wie du bist! Ich verstand, dass ich mich im Unterbewusstsein über mein Außen identiviziert hatte. Ich konnte die Kontrolle nicht loslassen, denn mein Schattenkind beherrschte mich durch die alte Überzeugung, dünn sein zu müssen um Liebe zu erfahren und  glaubte der Illusion, dann glücklich zu sein, wenn ich dünn war. Auch wenn mein erwachsenen Ich schon längst verstand, dass ich nicht glücklich war. Diese Stimme war bis Heute jedoch nicht präsent. Dies macht ein Loslassen unmöglich.

Warum ist es also so schwer dieses Verhalten loszulassen? Durch die Magersucht glaubt man, die totale Kontrolle über sich und seinen Körper zu haben. Denn das Gefühl, des nicht genug seins ist nicht greifbar, es schwirrt wie ein Geist in unserem Körper. Kalorien zählen oder eine Zahl auf der Waage sind jedoch Dinge, die greifbar sind. Ich kann mit diesen Verhaltensmustern also das Gefühl des nicht genug seins verdrängen, in dem ich zb. denke, wenn ich XY Kg wiege, dann bin ich wertvoll oder wenn ich 2 Std. Sport mache bin ich super fit und bekomme Anerkennung im Außen. Lasse ich die Kontrolle los, bedeutet das Unsicherheit für mich. Und das macht es so schwer, sich von alten Verhaltensmustern zu trennen die einem im Unterbewusstsein Sicherheit geben.  Je mehr ich mich von meinen alten Glaubenssätzen distanziere und sie ins Gegenteil drehe, desto leichter fällt es mir die Kontrolle loszulassen und ins Vertrauen zu gehen.  Dafür gehe ich in Situationen, die mich vermeintlich wieder überrollen gerne in die Beobachterperspektive und schaue von oben auf mich herab. So kann ich feststellen, dass ich in meinem Schattenkind gefangen bin und ich auf Grund alter Überzeugungen handel. Durch den Wechsel von der Feldperspektive in die Beobachterperspektive schaffe ich es, neu zu wählen und mich aus meinem alten Film herauszuholen.

Es dauert, bis sich neue Gewohnheiten festigen und alte Gewohnheiten verschwinden. Aber gib nicht auf, geh durch den Schmerz und du wirst sehen, dass es Licht gibt.

Deine Kathi 🙂

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